Standort
Zierpaprikas und Chilis sind grundsätzlich tropischer und subtropischer Herkunft und stellen deshalb auch hohe Lichtansprüche. Auf eine geschützte Lage bei Aufstellung im Freien sollte zudem geachtet werden. Auch wenn es sortenspezifische Schwankungen gibt, kann man allgemein sagen, daß Temperaturabsenkungen unter 5°C nicht sonderlich gut verkraftet werden, so daß, wenn man lange Freude an den Pflanzen haben möchte, diese im Herbst rechtzeitig in einen Wintergarten o.ä. eingestellt werden.
Schädlinge:
Wie schon erwähnt, verwenden wir keine Pestizide zur Aufzucht, doch sollte berücksichtigt werden, daß Zierpaprika sehr anfällig für Blattläuse sind. Wir empfehlen aus eigener Erfahrung die Verwendung von Niem-Öl in einer Konzentration von 7ml Öl/Emulgator-Gemisch auf 1l Wasser zur Prävention.
Düngung:
Auch wenn Zierpaprikas einen hohen Nährstoffanspruch haben, sollte nach dem Fruchtansatz darauf geachtet werden, daß keine stickstoffbetonte Düngung mehr erfolgt, da die Pflanzen dadurch anfällig für Pilzerkrankungen werden. Es wird hier ein kalibetonter Volldünger empfohlen, wobei auf Phosphat zu achten ist, welches zur Ausbildung der Früchte benötigt wird.
Bestäubung:
Eine Fruchtbildung setzt selbstredend eine Bestäubung voraus, was im Freien kein Problem darstellt. Bei Haltung in geschlossenen Räumen jedoch muß selber "Hand angelegt" werden, sei es nun mit Pinsel oder aber - wenn auch mit geringerem Erfolg, dafür aber bei weit geringerem Arbeitsaufwand - durch Schütteln der Pflanzen.
Überwinterung:
Eine Überwinterung ist, auch wenn viele Sorten ein "annuum" im botanischen Namen der Art tragen, durchaus möglich, allerdings für private Haushalte nur schwer zu realisieren, denn sie sollte kühl (6°C - 10°C), hell und trocken (ohne die Töpfe vollständig austrocknen zu lassen) erfolgen, wobei auf eine nicht zu geringe Luftfeuchtigkeit zu achten ist. Zugluft ist dabei zu vermeiden. Dabei ist auf insbesondere Blattläuse zu achten, welche unter diesen Bedingungen gerne Capsicum-Pflanzen befallen. Deshalb sollte schon vor der Überwinterung sichergestellt werden, daß die Pflanzen schädlingsfrei sind.
Alternativ kann auch eine Überwinterung in der geheizten Wohnung an einem hellen Standort erfolgen, wobei aber die üblicherweise geringe Luftfeuchtigkeit in Kombination mit hohen Temperaturen ideal für die Entwicklung von Spinnmilben ist. Deshalb wäre regelmäßig die Pflanze mit weichem Wasser abzusprühen, besonders auch auf der Unterseite der Blätter. Unter diesen Bedingungen wird die Pflanze weiter Blüten und Früchte entwickeln.
In beiden Fällen sollte im Februar ein Rückschnitt (bis auf den ersten Knoten hinter der Verzweigung) und ein Umtopfen in einen nicht zu großen Topf (ein bis zwei Nummern größer, ansonsten wird zuviel Kraft für die Bildung neuer Wurzeln verbraucht) erfolgen. Die kühl überwinterten Pflanzen sind dann wärmer zu stellen und wieder stärker zu wässern.
Aufgrund dieser problematischen Bedingungen aber bieten wir Zierpaprika ausdrücklich als einjährig an.
Verarbeitung der Früchte:
Für alle Chilisorten gilt, daß Capsaicin (genauer: Alkoloide der Capsaicinoide), welches für die Schärfe verantwortlich ist, reizend auf Schleimhäute wirkt. Ein Kontakt mit Schleimhäuten sollte entsprechend vermieden werden (besonders Augen und Nase).
Deshalb wird auch empfohlen, bei der Verarbeitung der Früchte Schutzhandschuhe zu tragen, da sich das Capsaicin nur bedingt durch Waschen von der Haut lösen läßt. Bei Sorten geringer Schärfe ist dies zwar eher unkritisch, aber mit zunehmender Schärfe wird es immer notwendiger. Besonders sehr scharfe Sorten wie "Hot Chili Paper Lantern" können auch weitergehende Schutzmaßnahmen wie einen Gesichtsschutz erforderlich machen und ein Hautkontakt ist zu vermeiden, da sonst Hautirritationen auftreten können (daraus ergibt sich gleichzeitig, daß auch ein sparsames Dosieren ratsam ist).
Um hier eine Abschätzung zu ermöglichen, haben wir bei den entsprechenden Sorten den Schärfegrad angemerkt, welcher in Scoville-Einheiten gemessen wird, die eingeteilt sind von 0 (Gemüsepaprika) bis 10. Es darf dabei aber nicht vergessen werden, daß ein Schärfegrad von 10 (150000-300000 Einheiten) nicht das Doppelte des Schärfegrades von 5 (10000-15000 Einheiten) ist, also keinesfalls eine metrische Skalierung vorliegt.
Es sei aber noch erwähnt, daß der Schärfegrad auch stark von der Sonneneinstrahlung abhängt, so daß in unseren Breiten gezogene Chilis nie den Schärfegrad erreichen werden, wie ihn die gleiche Sorte unter optimalen Lichtverhältnissen erreichen kann.
Chilischoten können frisch verwendet oder gefroren, eingelegt bzw. getrocknet werden. Die beste Verwendungsart ergibt sich aus der Fleischigkeit der Schoten. Je fleischiger die Schoten sind, desto besser sind sie zum einlegen oder einfrieren geeignet, bei dünnfleischigen Sorten wie z.B. Cayenne-Pfeffer bietet sich vor allem das Trocknen an.